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Die Geschichte des
Kredits
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Die frühesten Anfänge des Kredits
reichen wahrscheinlich zurück bis in die Steinzeit und man kann es
für möglich halten, dass es in dieser Zeit bereits die ersten
rudimentären Kreditgeschäfte gegeben hat. Naturalien wie Vieh und
Getreide werden in manchen Gebieten der Welt noch heute als
Zahlungsmittel genutzt und dienen damit als Grundlage für Kredite.
Auch die erste Volkswirtschaften der Menschheitsgeschichte
verwendeten neben Silberbarren Getreide als Zahlungsmittel.
Desweiteren entwickelten sich ab 300 v. Chr. in Mesopotamien ein
geordnetes Bankenwesen, zu dem auch die die geregelte Kreditvergabe
gehörte. Anfangs von Tempeln ausgeübt wurde dieses Geschäft mit
der Zeit auch von Privatpersonen übernommen, obschon ein
durchschnittlicher Zinssatz von 20 % darauf hinweist, dass das
Verlust-Risiko für den Kreditgeber verhältnismäßig hoch gewesen
sein muss.
Das erste bekannte Gesetz gegen Wucherzinsen stammt aus dem Jahr
2380 v. Chr. und in der babylonischen Gesetzgebung wird spätestens
ab 1800 v. Chr. das Kreditgeschäft rechtlich geordnet.
Nur am Rande sei erwähnt, dass es im 2. Jahrtausend vor Christus
bereits Anteilsscheine an Unternehmen gegeben hat und somit die
ersten Ursprünge des Aktien-Handels in dieser Zeit verortbar sind.
Die frühesten Geldmünzen wurden im 7. Jahrhundert v. Chr.
in Lydien geprägt, wo der sagenhafte König Krösus regierte. Die
Erfindung der Münze wurde schnell von anderen Hochkulturen übernommen,
u.a. auch von den griechischen Staaten.
Eine Besonderheit des griechischen Kreditwesens waren die
Handelskredite. Sie wurden nötig, weil die Waren, welche mit
Schiffen über das östliche Mittelmeer transportiert wurden, so
teuer waren, dass die Handelsfahrer sie nicht aus eigener Tasche
bezahlen konnte. Abhilfe schaffte da die Regelung, dass der
Einkaufspreis erst dann beglichen wurde, nachdem die Waren an ihrem
Bestimmungsort verkauft wurden. Auch gab es die Möglichkeit, dass
die Handelsfahrer sich das Geld bei reichen Aristokraten ausliehen.
Die Griechen verbreiteten das Kredit- und Bankwesen im gesamten
Mittelmeerraum und brachten es so auch in das noch junge Rom.
Mit dem Aufstieg dieser antiken Weltmacht erreichte auch das
Geldgeschäft eine große Blüte, die mit dem Niedergang des römischen
Reiches endete und für viele Jahrhunderte in diesem Ausmaß nicht
mehr erreicht wurde. Einer der Gründe dafür lag sicher im
christlichen Zinsverbot, welches es Privatleuten erschwerte, mit
Gewinn Geldgeschäfte zu betreiben.
Lediglich den Juden war es zu dieser Zeit erlaubt, Darlehen gegen
Zinsen an Christen zu vergeben, so dass bis ins 17. Jahrhundert
hinein das Bankenwesen hauptsächlich von der jüdischen
Minderheit betrieben wurde.
Dessen ungeachtet entwickelte sich auch im mittelalterlichen Europa
der internationale Handel, nicht zuletzt auch durch die Kreuzzüge,
und in der Neuzeit entstanden größere Metropolen und
Handelsvereinigungen wie die Hanse, mit denen auch wieder Großbanken
heran wuchsen.
Insbesondere italienische Banken gelang es im ausgehenden
Mittelalter, durch Kredite an Herrscherhäuser großen Einfluss auf
die Regierung auszuüben, wobei es in dieser Zeit aber auch zu den
ersten Bankencrashs kam, die auf spekulative Kreditgeschäfte
mit verschiedenen Regierungen zurück zu führen waren.
Nach dem 30jährigen Krieg wurde dann das Zinsverbot für
Christen aufgehoben.
In der islamischen Welt hingegen hat das von Mohammed aufgestellte
Zinsverbot bis in die heute Zeit Bestand, was aber umgangen wird,
indem die islamischen Bankhäuser statt Zinsen eine entsprechend
hohe Bearbeitungsgebühr für ihr Darlehen erheben.
In der modernen westliche Welt hingegen konnte sich das Kreditwesen
mit allen Chancen frei entfalten, aber auch mit all seinen Risiken.
Nicht zuletzt war es auch eine bestimmte Form von Kreditgeschäften,
die den Börsencrash von 1932 auslöste und die Welt in die
verheerendste Wirtschaftskrise stürzte, die es je gegeben hat. Und
auch die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise hat spekulative
Kreditgeschäfte amerikanischer Großbanken zur Ursache.
Dennoch ist der Kredit aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken
und stellt eine unverzichtbare Säule der Wirtschaft dar, ohne die
sie nicht existieren könnte.
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